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5 wirklich hilfreiche Tipps für Nähanfänger

12. Februar 2019

[Unbeauftragte Werbung – Beitrag enthält eine Buchempfehlung]

Nähen sollte eigentlich dein neues Hobby werden, du hast dir alles Nötige besorgt und motiviert losgelegt, aber du und die Nähmaschine konnten sich trotzdem irgendwie nicht miteinander anfreunden? Dann bist du hier genau richtig. Ich bin seit gut einem Jahr und nach diversen Anläufen endlich richtig ins Nähen eingestiegen und habe sogar schon meine ersten (tragbaren) Kleidungsstücke zustande gebracht. Deshalb möchte ich Dir jetzt 5 wirklich hilfreiche Tipps für Nähanfänger mitgeben, die mir auch gern jemand mit auf den Weg hätte geben dürfen.

Tipp 1: Wo Anfänger draufsteht, ist nicht immer Anfänger drin…

Eigentlich eine gute Sache: Die meisten Schnittmuster oder Nähanleitungen sind in irgendeiner Weise nach Schwierigkeitsgrad kategorisiert. Manchmal zeigt ein Punktesystem an, für welches Nählevel der Schnitt geeignet ist, es können aber auch Hinweise wie ‚für Änfänger/Fortgeschrittene/Profis geeignet’ oder Bezeichnungen wie ‚leicht/mittel ’schwer’ angegeben sein.

Mein Rat: Verlass dich nicht auf das Label bzw. den angegebenen Schwierigkeitsgrad, sondern schau dir die technische Zeichnung des Schnittes an. Daran kannst du schon Besonderheiten im Schnitt erkennen. Muss beispielsweise ein Reißverschluss, Abnäher oder ein Beleg eingenäht werden, erkennt man das meistens schon ganz gut an der Zeichnung. Mit Glück sind auch schon Techniken in der Schnittbeschreibung angegeben, die man beherrschen sollte oder die die Fertigstellung des Stückes erfordern. Wenn du die Möglichkeit hast, schau dir auch die Nähanleitung des Schnittes durch und frag dich, ganz ehrlich, ob du verstehst und nachvollziehen kannst, was du dort liest.

Wo Anfänger drausteht, ist nicht immer Anfänger drin - 5 wirklich hilfreiche Tipps für Nähanfänger Titel - www.chaosmitstil.de

Letztendlich musst du dann selbst entscheiden, ob du dir den Schnitt und die benötigten Techniken zutraust. Ein Label bietet vielleicht einen Anhaltspunkt, aber wie gesagt, was von einer professionellen Schneiderin als ‚für Anfänger’ geeignet gekennzeichnet ist, muss nicht unbedingt realistisch sein oder mit deinem persönlichen Nählevel übereinstimmen.

Tipp 2: Nähe Sachen, die du auch brauchst

Der Schnittklassiker, der dir unter der Rubrik ‚für Nähanfänger geeignet’ in jedem Forum und in jeder Nähzeitschrift über den Weg laufen wird, ist: Ein Rock mit Gummibund. Wirklich einfach zu nähen so ein Teil und dabei gleichzeitig noch ein tragbares Kleidungsstück. Was will das Nähanfänger-Herz mehr? Blöd nur, wenn du das schöne Teil nun im Schweiße deiner Nähmaschine zusammengezimmert hast und dir dann auffällt, dass du Röcke eigentlich seit deiner Schulzeit nicht mehr angezogen hast. Denn eigentlich gehörst du sowas von ins Team-Hose. Aber immerhin hast du dein erstes Kleidungsstück genäht. Toll.

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Aus dem grandiosen Buch ‚Stretch‘ von Tilly and the Buttons habe ich mir eine Jogginghose genäht. Nicht unbedingt ein Anfängerprojekt, aber ich wollte mich unbedingt mal an einem Hosenschnitt versuchen Vorteil: Bei einem Jogger ist die Passform nicht sooo wichtig UND es fehlte einer in meinem Kleiderschrank.

Also: Such dir Schnitte für Dinge, die du auch brauchst und im Falle von Kleidung, die du auch tragen wirst. Egal, was du für Schnittmuster im Stil von ‚super easy, in einer Stunde mit nur einem Meter Stoff genäht’, findest: Was nützt dir eine gequiltete Patchworkdecke mit Spitzenapplikation, wenn du eigentlich auf minimalistischen Skandistlyle stehst? Du verstehst, worauf ich hinauswill 😉

Tipp 3: Einfache Schnittmusterbögen

Nun hast du dich endlich durch die Unweiten des Schnittmusterangebots gekämpft, einen Schnitt gefunden, den du dir zutraust und der dir gefällt und dann stehst du dem Endgegner des Nähversums gegenüber: dem für Nähzeitschriften typischen Schnittmusterbogen, der aussieht wie eine Kindermalunterlage für manisch-depressive 5-Jährige.

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Okay, ich übertreibe, aber ganz ehrlich: Ich als ungeduldige und gleichzeitig zum Perfektionismus neigende Nähanfängerin bin diverse Male an genau solchen Schnittmusterbögen gescheitert. Deshalb mein Tipp: Ja, Nähzeitschriften sind günstig, weil du viele Schnitte und Anleitungen für wenig Geld bekommst, ABER dafür musst du dich auch mit unübersichtlichen Schnittmusterbögen auf Seidenpapier herumschlagen. Besser: Besorg dir Nähbücher mit übersichtlichen Schnittmusterbögen auf ordentlich dickem, griffigem Papier und mit wenigen Schnitten. Noch einfacher: Dir gefällt ein besonderer Schnitt und es gibt ihn als einzelnen Papierschnitt? Dann investiere das Geld. Du kannst dich viel besser auf den Schnitt konzentrieren und musst nicht dauernd zwischen den vielen verschiedenen Linien und Farben verschiedenster Schnitte, die zu allem Übel auch noch übereinandergedruckt (!) werden, versuchen, den Überblick zu behalten.

Klar, gibt es auch Einzelschnitte zum Ausdrucken als Ebook. Funktioniert für mich mittlerweile auch gut, aber dir muss bewusst sein, dass du den Schnitt erst einmal mühsam selbst zusammenkleben musst. Auch dafür sollte man sich ein bisschen Zeit nehmen und ggf. erst einmal eine Anleitung suchen.

Tipp 4: Bilder sagen mehr als tausend Worte

Nähen kann wirklich eine Wissenschaft für sich sein. Es gibt ja sogar eine eigene Terminologie und bestimmte Begrifflichkeiten, hinter denen sich umfangreiche Techniken verbergen. Zu jedem Schnitt gehört eine Anleitung und auch mit der kann dein Nähprojekt stehen oder fallen. Wie schon in Tipp 1 beschrieben: Lies dir die Anleitung des Schnittes durch, wenn du die Möglichkeit hast am besten bevor du ihn kaufst. Auch Nähanleitungen orientieren sich teils am Schwierigkeitsgrad des Schnittes. Da kann es schonmal sein, dass eine Anleitung für einen Blazer mit Teilungsnähten, gefütterten Eingrifftaschen, diversen Abnähern, Reverskragen, verdeckter Knopfleiste und, und, und … mit einer halbseitigen, schriftlichen Anleitung auskommt. Die Profinäherin weiß natürlich sofort, was mit ‚Untere Blendenschmalseiten zusammengefasst an das Vorderteil steppen und im Viereck und über Kreuz aufeinandersteppen’, gemeint ist. Aber ist das auch bei dir der Fall?

Bilder sagen mehr als tausend Worte - 5 wirklich hilfreiche Tipps für Nähanfänger Titel - www.chaosmitstil.de

Natürlich ist das jetzt ein Extrembeispiel, aber Nähanleitungen können wirklich, wirklich schwierig zu verstehen sein und gerade, wenn sie ohne Bebilderung auskommen, kann das für Anfänger ziemlich anstrengend sein. Mittlerweile gibt es zum Glück viele Schnittmuster-Labels, die entweder bebilderte Anleitungen liefern oder besser noch, gleich ein Videotutorial bereitstellen. Auch, wenn ich mich mittlerweile als fortgeschrittene Anfängerin beschreiben würde, nähe ich am liebsten nach bebilderten Anleitungen oder schaue mir Videotutorials an. Dein favorisierter Schnitt liefert nur eine schriftliche Anleitung? Dann such dich einfach mal durchs WWW. Mit Glück hat schon irgendwer vor dir diesen Schnitt genäht und einen Blogbeitrag geschrieben oder sogar ein Video dazu gedreht.

Tipp 5: Weniger ist mehr – eine Technik zur Zeit erlernen

 Zu guter Letzt: Nimm dir nicht zu viel vor. Nicht so einfach, wenn man sich doch gerade zu Beginn eines neuen Hobbies viel zu gerne so schnell wie möglich ausprobieren möchte. Aber auch hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Wahl des richtigen Schnittmusters einem viel Ärger und Enttäuschung erspart. Du hast dir einen Schnitt für ein Kosmetiktäschchen mit Geomuster, Reißverschluss, Futter, abgenähten Ecken und extra eingenähtem Innenfach ausgesucht? Puh. Das sind so viele Techniken auf einmal. Allein das Einnähen des Reißverschlusses braucht schon ein bisschen Übung. Deshalb: Such dir Schnittmuster, die nicht zu viel auf einmal wollen. Reicht für den Anfang nicht auch ein Täschchen ohne abgenähte Ecken und einem Druckknopf als Verschluss? Dann kannst du dich erstmal auf den Schnitt und das Einnähen des Futters konzentrieren und beim nächsten Täschchen versuchst du dich an den Ecken und dem Reißverschluss. Und beim übernächsten Mal kommt das Innenfach dazu. Eine Technik zur Zeit zu erlernen, ist ein bisschen exrem ausgedrückt, aber ‚in der Ruhe liegt die Kraft’ – das trifft in diesem Fall wirklich zu.

Eine Technik zur Zeit erlernen - 5 wirklich hilfreiche Tipps für Nähanfänger Titel - www.chaosmitstil.de

So, das sind meine 5 wirklich hilfreichen Tipps für Nähanfänger. Warum ich sie ‚wirklich hilfreich’ nenne? Weil ich mir solche ehrlichen Tipps auch mal zu Beginn meines Nähabenteuers gewünscht hätte. Aber ich habe immer nur das Übliche gelesen: Die richtige Ausrüstung, das richtige Material und so weiter und so fort. Natürlich spielen auch diese Dinge eine wichtige Rolle, wenn es um das Gelingen beim Nähen geht. Aber was nützt mir die teuerste Nähmaschine und das beste Material, wenn mich das Schnittmuster in den Wahnsinn treibt und mir noch bevor ich meine erste Spule aufgefädelt habe, der Spaß am Nähen verloren gegangen ist? Du kennst die Antwort. Deshalb hoffe ich, dass dir meine Tipps weiterhelfen und du genauso viel Spaß am Nähen bekommst, wie ich ihn mittlerweile habe 🙂

Ich habe einen wichtigen Tipp vergessen? Dann lass mir gern einen Kommentar da 🙂

Unterschrift Lea www.chaosmitstil.de

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